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  • AutorenbildAlexander Völker

Hochwasser - Was tun danach?

Starkregen -> Hochwasser. Klimawandel? Dieser Tage ist die Situation in Teilen Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bremen mehr als angespannt. Selbst in meinem Heimatort, der beschaulichen Burgenstadt Runkel an der Lahn blickt man gebannt auf die Pegelstände.


Was aber, wenn das Wasser geht? Neben den normalen Aufräumarbeiten gibt es im Blick auf die Trinkwasser-Installation einiges zu beachten. Der DVQST e. V. hat hierzu ein Informationsblatt verfasst, das ich euch gerne in diesem Beitrag verlinke.


Was also tun, wenn das Wasser weg ist? Nachdem -eigene- Bilder vom entstandenen Schaden gemacht wurden, sollte die erste Handlung auf keinen Fall sein, Wasserhähne zu öffnen, um beispielweise Wasser zum Putzen abzuzapfen. Zu groß ist die Gefahr, dass Brunnen und Speicher ebenfalls von dem Hochwasser betroffen waren, verunreinigt sind und nun die eigene Trinkwasser-Installation kontaminieren. Die erste Maßnahme sollte daher sein, den Haupthahn an der Wasseruhr zuzudrehen. Diesen findet man meist im Keller. So wird vermieden, dass verunreinigtes Wasser in die eigene Trinkwasser-Installation gelangt.


Informiert euch umgehend bei eurem Wasserversorger! Dieser gibt an, ab wann und wie das Wasser aus der Versorgungsleitung wieder verwendet werden darf bzw. kann. Je nach Kontamination ist eine vorherige Spülung und Desinfektion der Versorgungsleitungen notwendig.


Ist die erste Gefahr gebannt, kann es weiter gehen. Als nächstes sollte durchnässte Dämmung entfernt werden. Wasserleitungen und Heizungsleitungen sind zumeist mit Wärmedämmung versehen, welche wie ein Schwamm wirken und das kontaminierte Wasser aufnehmen. Auch wenn durch sie keine unmittelbare Gefahr für das Trinkwasser ausgeht, besteht die Gefahr von Korrosion und eventuell Rohrbrüchen. Man bedenke die Belastung durch chemische Verunreinigungen und Fäkalien, die das Hochwasser mitgebracht haben. Warmwasserspeicher und Heizkessel gilt es ebenfalls zu untersuchen. Heizkessel sind meist mit einer Mineralwolle gedämmt. Bei Warmwasserspeichern gibt es zusätzlich die Möglichkeit, dass diese in PU eingeschäumt sind oder eine Dämmung aus Styropor und Flies haben. Reinigen lassen sich solche Dämmungen nur sehr aufwendig bis gar nicht. Um Korrosion zu verhindern, sollten die Leitungen so bald als möglich -von außen- mit klarem Trinkwasser gereinigt werden. Armaturen, die zur Atmosphäre hin offen waren wie z. B. Wasserhähne, Systemtrenner Rückspülfilter, KFE-Hähne, Sicherheitsventile etc. müssen so schnell wie möglich ausgetauscht werden.


Beachtet bitte, dass die Trinkwasser-Installation auf keinen Fall wieder in Betrieb genommen wird ohne das sich ein Fachmann diese angesehen hat. Mehr dazu erfahrt Ihr hier.


Durch die aktuelle Lage war es mir ein persönliches Anliegen diesen Blogbeitrag dazwischen zu schieben. Die noch offenen Fragen aus dem letzten Beitrag „Teil II - Die Risikoabschätzung“ sind natürlich nicht vergessen und werden nächste Woche beantwortet. Solltet Ihr zusätzliche Fragen haben oder euch interessiert ein bestimmtes Thema? Dann schreibt mir oder folgt mir auf Facebook, Instagram oder LinkedIn.

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