Warum dieser Hype um die Legionellen?
- Alexander Völker
- 2. Apr. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Pneumophila Legionella ist die in Deutschland am häufigsten vorkommende Legionellen Art. Aber warum sind Legionellen für die „Wächter“ der Trinkwasserhygiene ein so großes Thema? Das lässt sich zum einen auf ihre heimtückische Art zurückführen. Das vorhanden sein, kann weder an Geschmack, Geruch noch visuell wahrgenommen werden.
Würden wir ein Glas Wasser trinken, welches mit Legionellen belastet ist, hätte dies zumeist keine gravierenden Folgen. Gefährlich wird es jedoch, wenn kontaminiertes Wasser vernebelt wird. Wie es z. B. beim Duschen, in Whirlpools oder Luftbefeuchtern der Fall ist. Durch Vernebelung gelangt dieser humanpathogene Keim in die Lunge und kann dort aktiv sein Unwesen treiben. Bei an Legionelllose erkrankten lassen sich die Röntgenbilder der Lunge mit den Bildern derer vergleichen die an Covid erkrankt sind.
Doch was machen diese Legionellen in unserer Lunge und was resultiert daraus? Dafür schauen wir uns die Legionelle etwas genauer an. Die Wohlfühltemperatur der Legionellen liegt zwischen 35°C und 45°C. In diesem Temperaturbereich kann sich die Legionelle exponentiell vermehren. So verdoppelt sich die Anzahl vorhandener Legionellen bei dieser optimalen Temperatur alle 3 Stunden! -Man beachte die menschliche Körpertemperatur- Nehmen wir als Basis das Vorhandensein einer einzigen Legionelle, haben wir bereits nach 48 Stunden eine Kolonie von 65.000 Legionellen!
Hier ein Überblick von Temperatur und Wachstum:
20°C -> faktisch kein Wachstum
25°C -> geringes Wachstum
30°C -> vermehrtes Wachstum
35°C – 45°C -> optimal Wachstum => Verdopplung alle 3h
50°C -> geringes Wachstum
55°C -> Absterben innerhalb ca. 5-6 Stunden
60°C -> Absterben innerhalb ca. 30 min
65°C -> Absterben innerhalb ca. 2 min
70°C -> Absterben innerhalb von Sekunden
Wie wirkt sich das nun auf den Menschen aus? Bei einer Infektion mit Legionellen gibt es zwei Varianten im Krankheitsverlauf.
Legionärskrankheit / Lungenentzündung, die Legionärskrankheit oder Legionellen-Pneumonie ist eine Form der Lungenentzündung. Sie äußert sich z. B. durch Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, schwere Krankheitsgefühle und hohes Fieber. Nicht zu verwechseln mit der Männergrippe 12 Dabei kann es auch zu Durchfall oder Verwirrtheitszuständen kommen. Bei falscher Behandlung der Lungenentzündung ergibt sich zumeist ein schwerer Verlauf. Bei korrekter Behandlung bestehen jedoch gute Heilungsaussichten. Die Inkubationszeit liegt hier bei zwei bis zehn Tagen.
Pontiac-Fieber Eine andere und nicht gut verstandene Krankheit, die ebenfalls durch Legionellen verursacht ist, ist das sogenannte Pontiac-Fieber. Das Pontiac-Fieber äußert sich in grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen, ohne eine Lungenentzündung. Die Erkrankung heilt meist von selbst innerhalb einer Woche aus. Die Inkubationszeit liegt beim Pontiac-Fieber zwischen fünf Stunden und ca. drei Tagen. Im Mittel eher zwischen einem und drei Tagen.
Demnächst gibt es den zweiten Teil zu "Warum dieser Hype um die Legionellen". Dann gehe ich weiter darauf ein ob eine Erkrankung ansteckend ist, wo Legionellen ihren Ursprung haben und wie man sich aktiv schützen kann. Ihr habt Fragen oder euch interessiert ein bestimmtes Thema? Dann schreibt mir einfach oder folgt mir auf Facebook, Instagram oder LinkedIn.

Vielen Dank für diesen wirklich aufschlussreichen Beitrag! Ich habe den Hype um die Legionellen schon länger mitverfolgt, aber es ist erfrischend, endlich eine so fundierte Perspektive dazu zu lesen. Ihre Analyse trifft den Nagel auf den Kopf, und ich muss sagen, meine eigene "Reise" mit diesem Thema verlief sehr ähnlich. Anfangs war ich auch etwas verwirrt und fragte mich, woher diese plötzliche Aufmerksamkeit kam. Besonders gefallen hat mir, wie Sie die verschiedenen Aspekte beleuchten und die Komplexität des Themas aufzeigen. Das ist wirklich Qualitätsarbeit und super gemacht. Es hat mich auch dazu gebracht, über meine eigenen Erfahrungen nachzudenken und was ich heute vielleicht anders angehen würde, wenn ich mich noch einmal mit diesem Thema auseinandersetzen müsste. Ich musste diesen Beitrag…
Hallo! Vielen Dank für diesen Artikel, ich muss sagen, Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich kann Ihre Ausführungen nur voll und ganz unterstützen. Es ist faszinierend, wie schnell sich bestimmte Themen verbreiten, und dieses hier bildet da keine Ausnahme. Ich habe persönlich eine ähnliche Beobachtung gemacht, als ein bestimmtes Produkt plötzlich überall in den sozialen Medien auftauchte. Anfangs war ich skeptisch, aber die ständige Präsenz hat mich doch neugierig gemacht. Was mich besonders interessiert, ist, wie sich dieser aktuelle Hype weiterentwickeln wird. Wird er anhalten oder wieder abflauen? Und was, wenn man mal tiefer gräbt, ist vielleicht der größte Stolperstein, der übersehen wird. Ich denke da vor allem an die tatsächliche Qualität der Informationen, die hierzu verbreitet…