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  • AutorenbildAlexander Völker

Teil 2: Warum dieser Hype um die Legionellen?


Legionellen und Legionellen in Amoeben

Letzte Woche hab ich euch einen ersten Überblick zum Thema Legionellen gegeben. Dort habt Ihr z. B. erfahren wo sie am häufigsten vorkommen, in welchen Temperaturen sie sich wohl fühlen, wund welche Krankheitsbilder vorkommen können. Nun aber weiter im Text:


Sind Erkrankte Ansteckend?

Ansteckend und somit gefährlich für andere ist der Erkrankte nicht. Am empfänglichsten für eine der zwei Varianten sind vor allem Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr, Senioren und auch Raucher. Zu einer geschwächten Immunabwehr können auch Medikamente beitragen, welche das Abwehrsystem des Körpers unterdrücken. Männer erkranken häufiger als Frauen, Kinder eher selten. Eine Impfung ist nicht möglich.

Wo kommen die kleinen Biester am meisten vor?

Primär kommen Legionellen in Süßwasser vor. Sie sind natürlicher Bestandteil von Wasser. Wie bereits weiter oben dargestellt, hängt das Vorkommen von Legionellen entscheidend von der Wassertemperatur ab. Generelles Wachstum herrscht bei Wassertemperaturen zwischen 25 °C und 50 °C. Legionellen vermehren sich intrazellulär in Amöben und anderen Protozoen, die in Leitungsnetzen Biofilme bilden. In Rohren, Armaturen und Klimaanlagen finden sich damit ideale Bedingungen für eine Vermehrung der Legionellen. Besonders im Wasser älterer und schlecht gewarteter bzw. selten benutzter Warmwasserleitungen und -behälter kommt es häufig zur drastischen Vermehrung von Legionellen.

Wie kann man sich schützen?

Bei allen Anstrengungen, Energie zu sparen, ist die Warmwasserbereitung der falsche Bereich. Wie in meinem Blog letzte Woche dargestellt, ergibt sich ein aktiver Schutz gegen Legionellen bei Temperatur Einhaltungen im Kaltwasser von unter 25°C und im Warmwasser von über 55°C. Um dies zu erreichen, stellen sie die Warmwassertemperatur so ein, dass am Speicher- / Boilerausgang mindestens 60°C herrschen. Die Rücklauftemperatur über die Zirkulation muss >/= 55°C betragen. Da sämtliche Regler eine sogenannte Hysterese aufweisen, ist das Unterschreiten im Minutenbereich zulässig. Als Minutenbereich ist eine Zeit bis zu 15min zu werten. Ab 15min sind wir schon im Stundenbereich - 1/4 Stunde.

Weiter sollten alle Leitungen regelmäßig genutzt werden. Spätestens alle 72 Stunden sollte ein vollständiger Austausch des Leitungsvolumens erfolgt sein. Nicht benötigte Leitungsabschnitte sind vollständig rückzubauen. Sämtliche Anlagenteile sind regelmäßig instand zu halten. Hierbei helfen Wartungsverträge für die entsprechenden Bauteile. Eine systemische Risikoabschätzung gibt einen Überblick über notwendige Maßnahmen zur Wahrung der Trinkwasserhygiene. Das ganze am besten, bevor der technische Maßnahmenwert von 100KBE/100ml erreicht wird (KBE – Kolonie bildende Einheit). Was dann getan werden muss, erfahrt Ihr im nächsten Blog Beitrag.


Kleiner Sitefakt: Die Insel Mallorca hat eine eigene Legionellen Art -> Legionella-maioricensis.



Nächste Woche gehe ich auf das Thema "Legionellen, was nun?" ein. Solltet Ihr Fragen haben oder euch interessiert ein bestimmtes Thema? Dann schreibt mir einfach oder folgt mir auf Facebook, Instagram oder LinkedIn.


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